Schaffreundschaft 

Wollige Küstenschützer an der Nordsee

Viel Himmel. Viel Deich. Viele Schafe.

Sie gehören zur Nordsee wie Watt, Wind und Weite. Unsere Deichschafe sind fast das ganze Jahr auf unseren Deichen unterwegs – und übernehmen dort eine wichtige Aufgabe. Seit Jahrhunderten helfen sie dabei, die Deiche stabil zu halten.

Hier erfährst du, warum Schafe auf dem Deich so wichtig sind, was sie den ganzen Tag treiben – und wie auch du ganz einfach zum Schaffreund wirst.

Warum Deichschafe so wichtig für unsere Deiche sind

Schafe liefern Wolle, Milch und Fleisch – und gehören zu den ältesten Nutztieren der Welt. An der Nordseeküste haben sie aber noch eine ganz besondere Aufgabe: Sie helfen dabei, unsere Deiche zu schützen und zu pflegen.

Denn die Deiche sind hier weit mehr als schöne Aussichtspunkte. Sie sind vor allem Küsten- und Hochwasserschutz. Ohne sie wäre Leben an der Nordsee kaum möglich. Die Deiche halten das Land bei den täglichen Hochwassern trocken und schützen uns bei Sturmfluten.

Damit sie stabil bleiben, müssen sie regelmäßig gepflegt werden. Genau hier kommen die Deichschafe ins Spiel: Sie grasen auf den Deichen rund um Dornum und übernehmen dort einen wichtigen Teil der natürlichen Deichpflege.

5 Gründe, warum Schafe perfekte Deichschützer sind

  • Kurzes Gras, starke Grasnarbe
    Deichschafe fressen das Gras sehr kurz. Dadurch wächst es dichter und kräftiger nach. Die Halme verzweigen sich stärker – und die Grasnarbe wird stabil.

  • Wurzeln, die den Deich zusammenhalten
    Dichtes Gras bedeutet auch starke Wurzeln. Sie verbinden den Boden wie ein natürliches Netz und helfen dabei, den Deich zu stabilisieren.

  • Natürliche Rasenmäher
    Schafe „mähen“ die Deiche ganz gleichmäßig – leise, zuverlässig und ohne Motor. So bleibt die Grasfläche kurz und gesund.

  • Der berühmte „goldene Tritt“
    Mit ihren kleinen, festen Klauen laufen die Schafe ständig über den Deich. Dabei drücken sie den Boden leicht zusammen und festigen die Grasnarbe – fast wie eine natürliche Walze. Schäfer nennen das den goldenen Tritt.

  • Kleine Füße, großer Vorteil
    Anders als Kühe oder Pferde hinterlassen Schafe keine tiefen Löcher im Boden. Eine feste Grasnarbe schützt den Deich außerdem davor, dass Tiere wie Wühlmäuse oder Maulwürfe ihn untergraben.

Begegnung mit Deichschafen 

Wer über den Deich spaziert, trifft sie fast immer: unsere Deichschafe. Sie grasen auf den Hängen, ruhen sich auf den Wegen aus oder ziehen als kleine Herde über den Deich. So gemütlich sie wirken – sie haben einen wichtigen Job: Sie pflegen die Grasnarbe und helfen dabei, den Deich stabil zu halten.

Damit Mensch und Schaf entspannt miteinander auskommen, gilt auf dem Deich ein einfaches Prinzip: Schaffreunde lassen den Schafen ihre Ruhe.

Bitte streichle die Tiere nicht und scheuche sie nicht auf – auch wenn sie noch so niedlich aussehen. Schafe sind Fluchttiere und reagieren schnell mit Stress. Wenn sie auf dem Weg liegen, geh einfach ruhig um sie herum.

Auch Hunde machen den Schafen Angst. Schon ein neugieriger Hund kann eine ganze Herde in Panik versetzen. Deshalb dürfen Hunde auf vielen Deichen nicht mitgeführt werden.

Wenn du das beachtest, hilfst du dabei, dass unsere Deichschafe ihren wichtigen Job weiter machen können – und alle den Deich entspannt genießen.

Schafe schubsen erlaubt

Was erst einmal lustig klingt, kann für ein Schaf überlebenswichtig sein.

Manchmal liegen Schafe auf dem Rücken und schaffen es nicht mehr allein aufzustehen. Das passiert vor allem im Frühjahr und Sommer, wenn ihr Fell besonders dicht und schwer ist oder trächtige Tiere etwas unbeweglicher sind. Beim Wälzen oder Kratzen kann es dann passieren, dass sie auf dem Rücken liegen bleiben.

Wenn ein Schaf so liegen bleibt, sammeln sich im Pansen Verdauungsgase – und das Tier kann nach einiger Zeit sterben.

Wenn du also ein Schaf auf dem Rücken liegen siehst, darfst du ruhig helfen:
Greif beherzt in die Rückenwolle und gib ihm einen kleinen Schubs, damit es wieder auf die Beine kommt.

Damit rettest du im Zweifel ein Schafleben.

Wann kommen die Schafe auf den Deich?

Im Winter ist es noch ruhig auf den Deichen. In den Schäfereien beginnt dann aber eine besondere Zeit: die Lammzeit. Ab Februar werden viele kleine Lämmer geboren.

Im Frühjahr – meist rund um Ostern – geht es für die Tiere dann hinaus auf die Deiche. Besonders schön anzusehen sind die jungen Lämmer, die neugierig über die Wiesen hüpfen und ihre ersten Schritte im frischen Gras machen.

Bis in den Herbst hinein grasen die Schafe auf den Deichen entlang der Küste. Erst wenn es kälter wird, kehren sie wieder zurück in die Stallungen der Schäfereien.

So begleiten die Deichschafe fast das ganze Jahr über das Bild unserer Küste.

So wirst du Schaffreund in Dornum 

Wenn du unsere Deichschafe genauso magst wie wir, kannst du ganz offiziell Schaffreund werden.

Und das geht ganz einfach:

  1. Lade dir unseren kleinen Schaffreund-Fragebogen herunter.
  2. Beantworte die Fragen rund um unsere Deichschafe.
  3. Gib den ausgefüllten Bogen in einer unserer Touristinformationen ab.

Wenn alles richtig ist, wartet dort eine rattenschafe Belohnung auf dich.

Schafstarke Fakten

Mägen  4

Schafe sind Wiederkäuer und haben ein Verdauungssystem mit vier Mägen.

Blickfeld  300  °

Mit ihren seitlich sitzenden Augen können Schafe fast rundherum sehen.

Jahre  10.000

So lange begleitet das Schaf den Menschen bereits als Haustier.

Gesichter  50

So viele Artgenossen können sich Schafe mindestens merken.