Nationalpark Wattenmeer

Schlick, Sand, Priele

Was ist das Wattenmeer?

Die Gezeiten – Ebbe und Flut – prägen die Landschaft an der Nordsee. Zweimal am Tag zieht sich das Meer zurück und gibt den Meeresboden frei. Dann werden Wattflächen, Priele und Sandbänke sichtbar. Rund sechs Stunden später läuft das Wasser wieder auf und überflutet die Landschaft erneut.

Die Möglichkeit, dieses Gebiet zu Fuß zu durchqueren, hat dem Wattenmeer seinen Namen gegeben. Es erstreckt sich entlang der Nordseeküste von den Niederlanden bis nach Dänemark und ist mit rund 8.000 Quadratkilometern das größte zusammenhängende Wattsystem der Welt.

Schützenswert:

Nationalpark & UNESCO-Weltnaturerbe

Das Wattenmeer gehört zu den wichtigsten Naturlandschaften Europas. Zwischen Ebbe und Flut entsteht eine ständig wechselnde Landschaft aus Wattflächen, Prielen, Sandbänken und Salzwiesen. Genau diese Dynamik macht den Lebensraum so besonders.

Mehr als 10.000 Tier- und Pflanzenarten leben hier. Für Millionen Zugvögel ist das Wattenmeer jedes Jahr eine unverzichtbare Raststation auf ihrem Weg zwischen Arktis und Afrika.

Seit 1986 steht das Gebiet deshalb als Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer unter Schutz. 2009 wurde es von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt – als erste deutsche Naturlandschaft.

Seehund, Wattwurm & Co.

Das Wattenmeer ist ein echtes Tierparadies. Besonders viele Vögel sind hier zuhause: Austernfischer, Rotschenkel oder der Große Brachvogel. Mit ihren langen Schnäbeln suchen sie im Watt nach Nahrung – zum Beispiel nach Wattwürmern.

Der Wattwurm selbst lebt verborgen im Boden. Er gräbt sich durch den Sand und hinterlässt an der Oberfläche kleine Häufchen – ein typischer Anblick bei einer Wattwanderung.

Das Wattenmeer ist außerdem ein wichtiger Rastplatz für Millionen Zugvögel auf ihrem Weg zwischen Arktis und Afrika. Während der Zugvogeltage im Nationalpark Wattenmeer im Herbst könnt ihr dieses beeindruckende Naturschauspiel besonders gut beobachten.

Für viele Gäste sind aber vor allem die Seehunde ein Highlight. Auf den Sandbänken vor den Inseln könnt ihr sie bei einer Schifffahrt entdecken. In der Seehundstation in Norddeich werden außerdem verwaiste Seehundbabys aufgepäppelt.

Wer durchs Watt läuft, merkt schnell: Diese Landschaft ist voller Leben.

Das Wattenmeer erleben

Das Wattenmeer ist nicht nur ein einzigartiger Naturraum – du kannst ihn auch ganz aktiv entdecken. Ob bei einer geführten Wattwanderung, auf einer Schifffahrt zu den Seehundbänken oder bei einem Besuch im Nationalpark-Haus: Hier lernst du die faszinierende Welt zwischen Ebbe und Flut aus nächster Nähe kennen.

Wattwanderungen

Eine geführte Wattwanderung gehört zu den besonderen Erlebnissen an der Nordsee. Gemeinsam mit erfahrenen Wattführern entdeckst du das Watt, erfährst Spannendes über Tiere und Pflanzen und lernst, wie Ebbe und Flut diese Landschaft prägen.

Schifffahrten

Von Neßmersiel aus starten Schifffahrten zu den Seehundbänken oder zu den ostfriesischen Inseln. Dabei erlebst du das Wattenmeer aus einer ganz anderen Perspektive.

Nationalpark-Haus 

Im Nationalpark-Haus Dornumersiel kannst du das Wattenmeer mit allen Sinnen entdecken. Die Ausstellung erklärt Flora und Fauna des Nationalparks und zeigt, warum dieser Naturraum so einzigartig ist. Außerdem werden regelmäßig Naturführungen und Veranstaltungen angeboten.

Schutzzonen im Nationalpark Wattenmeer

Der Nationalpark Wattenmeer ist in verschiedene Schutzzonen eingeteilt, um Tiere und Pflanzen zu schützen und gleichzeitig Naturerlebnisse zu ermöglichen.

Ruhezone
Die empfindlichsten Bereiche des Nationalparks. Sie dürfen nur auf ausgewiesenen Wegen betreten werden.

Zwischenzone
Hier gelten je nach Jahreszeit besondere Regeln, etwa während der Brut- und Aufzuchtzeit vieler Vögel.

Erholungszone
Diese Bereiche sind für Gäste zugänglich und bieten Raum für Spaziergänge, Wattwanderungen und Naturerlebnisse.

Das solltest du im Nationalpark beachten:

  • Bleib auf gekennzeichneten Wegen und Wattwanderstrecken
  • Achte auf die Grenzen der Schutzzonen
  • Hunde müssen im Nationalpark angeleint werden

Freilenzen im Watt

Sinne schärfen und durchatmen

Wenn du im Watt unterwegs bist oder an einem windstillen Tag am Meer spazieren gehst, halte einen Moment inne. Schließe die Augen und nimm wahr, was um dich herum passiert: das Knistern des Schlicks, das Glucksen der Priele und das Rufen der Vögel.

Hier wird es still. Weit. Und plötzlich ganz leicht.
Das ist Entspannung für Körper und Kopf.
Das ist FREILENZEN.
Und kaum irgendwo gelingt das so gut wie am Wattenmeer.

Staunen
Unendliche Weite und faszinierende Licht- und Farbenspiele.

Lauschen
Wind rauscht, Schlick knistert, Priele glucksen, Vögel rufen.

Riechen
Salziges Meerwasser, moderiger Schlick, duftender Strandflieder und Beifuß.

Fühlen
Festes Sandwatt, weiches Schlickwatt, frisches Nordseewasser und die Nordseeluft auf der Haut.

Schmecken
Salzige Luft, würziger Queller und der Geschmack des Meeres.