Historische Kirchen
 in Dornum

Zwischen Warften, Glockentürmen und jahrhundertealter Geschichte

Kirchenland Ostfriesland

Wer durch Dornum und die umliegenden Dörfer fährt, entdeckt sie schon von weitem: historische Kirchen auf hohen Warften, oft mit freistehenden Glockentürmen. Seit Jahrhunderten prägen sie das Bild der ostfriesischen Landschaft und sind bis heute fester Bestandteil der Orte.

Die meisten Kirchen entstanden bereits im 13. Jahrhundert. Gebaut wurden sie aus den für Ostfriesland typischen roten Backsteinen im sogenannten Klosterformat. Da die Kirchen auf künstlich aufgeschütteten Warften errichtet wurden, entstanden die Glockentürme häufig in einigem Abstand zum Kirchenschiff. So konnten Schäden durch ein mögliches Absacken des Untergrunds besser vermieden werden.

Jede Kirche erzählt ihre eigene Geschichte. Gemeinsam haben sie jedoch eines: Sie sind Orte der Ruhe, der Begegnung und lebendige Zeugnisse der ostfriesischen Kulturgeschichte.

Die Königin der Kirchen

Hoch über dem historischen Ortskern von Dornum erhebt sich die Bartholomäuskirche auf einer rund acht Meter hohen Warft. Schon der Weg durch das große Tor und über den von alten Bäumen umgebenen Friedhof macht deutlich, dass dieser Ort etwas Besonderes ist.

Im Inneren beeindruckt die Kirche mit ihrer reichen Ausstattung. Prächtige Emporen, die Herrenstühle der Familien von Closter und Kankena, kunstvolle Grabsteine und die reich verzierte Kanzel prägen das Bild des Kirchenraums. Für ostfriesische Verhältnisse ungewöhnlich ist die farbenfrohe Gestaltung, die den barocken Charakter der Kirche besonders hervorhebt.

Zu den bedeutendsten Schätzen zählen die historische Orgel von Gerhard von Holy aus den Jahren 1710/11 sowie die Häuptlingsgruft der Familie von Closter. Beide machen die Bartholomäuskirche zu einer der wichtigsten kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten Ostfrieslands.

Orgel & Häuptlingsgruft

Die Bartholomäuskirche beherbergt zwei kulturhistorische Schätze, die weit über Dornum hinaus bekannt sind.

Auf der Westempore steht die imposante Orgel des Orgelbauers Gerhard von Holy. Sie entstand in den Jahren 1710 und 1711 und zählt mit ihren 32 Registern und 1.770 Pfeifen zu den bedeutenden historischen Orgeln Ostfrieslands. Bis heute erklingt sie regelmäßig bei Konzerten, darunter die beliebten Sommerkonzerte „Nachtorgel bei Kerzenschein“.

Etwas versteckter liegt die Häuptlingsgruft der Familie von Closter. Unter einer Bodentür vor dem Hochaltar befindet sich die Gruft, in der zwischen 1595 und 1728 Angehörige der Herrschaftsfamilie bestattet wurden. Acht der ursprünglich zwölf Särge konnten rekonstruiert und restauriert werden und geben heute einen seltenen Einblick in die Geschichte der Herrlichkeit Dornum.

Öffnungszeiten der Bartholomäuskirche

Montag bis freitags 14:00 bis 17:00 Uhr, sonntags ca. 11:00 Uhr (nach dem Gottesdienst) bis 16:00 Uhr 

Weitere historische Kirchen in Dornum

Neben der Bartholomäuskirche finden sich in Dornum und den umliegenden Ortsteilen weitere mittelalterliche Kirchen, die von der langen Geschichte der Region erzählen. Jede von ihnen besitzt ihren eigenen Charakter und besondere Details, die einen Besuch lohnenswert machen.

Die Matthäuskirche in Resterhafe beeindruckt durch ihre schlichte und beinahe archaische Atmosphäre. Eine Besonderheit ist der sogenannte Lettner, eine hölzerne Schranke zwischen Kirchenschiff und Chorraum – eine Seltenheit in Ostfriesland.

Die Petrikirche in Westeraccum diente früher auch als Orientierungspunkt für Seefahrer. Noch heute erinnern historische Seemannsgrabsteine und ein Schiffsmodell im Kirchenraum an die enge Verbindung des Ortes zur Küste.

In Nesse steht die Marienkirche, eine der ältesten Kirchen an der Küste. Gemeinsam mit dem Steinhaus, dem freistehenden Glockenturm und weiteren historischen Gebäuden bildet sie ein außergewöhnliches Denkmalensemble.

Auch die Kirchen in Roggenstede und Westerbur erzählen von der langen Geschichte der Warftdörfer und bewahren bis heute wertvolle Zeugnisse vergangener Jahrhunderte.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Dornum

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