Mahlbusenprojekt Dornumersiel

Vom Mahlbusen zum Indoorhafen

Mit dem Mahlbusenprojekt sollte am Mahlbusen in Dornumersiel ein neues touristisches Areal entstehen. Herzstück der Planungen war ein ganzjährig nutzbarer Indoorhafen. 2025 wurde das Projekt beendet.

Projektbeschreibung

Das Mahlbusenprojekt verband die touristische Entwicklung des Areals mit seiner direkten Lage am Wasser. Rund um den geplanten Indoorhafen sollten verschiedene Angebote für Urlaub, Freizeit und Wassertourismus entstehen.

Eine wichtige Rolle spielte dabei auch die geplante Schleuse zum Mahlbusen. Sie war Bestandteil des touristischen Konzeptes und sollte gleichzeitig die Oberflächenentwässerung des Verbandsgebietes der Sielacht verbessern.

Das war geplant

Indoorhafen
Der mit einem Glasdach überdachte Hafenbereich sollte das Herzstück des Projektes bilden. Geplant waren Anlegemöglichkeiten für zwei bis drei Fischkutter. Fangfrischer Fisch und Krabben sollten direkt vor Ort verkauft werden, außerdem waren Kutterbesichtigungen vorgesehen. Mit Gastronomie und Geschäften sollte der Indoorhafen gleichzeitig zu einem Ort für Veranstaltungen werden – von Märkten und Konzerten über Theater bis hin zu Live-Musik.

Hotel & Wellness
Geplant war ein 4-Sterne-Hotel mit 100 Zimmern und einem Tagungsbereich mit Blick über den Mahlbusen. Direkt an das Hotel sollte sich eine rund 700 Quadratmeter große Wellnessanlage mit Sauna-, Massage-, Fitness- und Kosmetikangeboten anschließen. Zum Konzept gehörten außerdem ein Flussbad und ein Saunaschiff.

Apartments & Ferienhäuser
Ein Apartmenthaus mit rund 30 Apartments zwischen 70 und 90 Quadratmetern war ebenfalls vorgesehen. Hinzu kamen 80 bis 160 Wohneinheiten in ortstypischer Bauweise als Einzel- oder Doppelhäuser. Viele der Wohnungen sollten einen direkten Zugang zum Wasser erhalten.

Marina
Auf dem Mahlbusen war eine Marina mit rund 50 Bootsliegeplätzen geplant. Ein Clubhaus und eine Bootshalle sollten das Angebot ergänzen.
Weitere Bestandteile des Projektes waren die Schleuse zum Mahlbusen, eine Bootswerkstatt und eine Wasserpromenade aus Holzstegen.

Projektverlauf

Wie alles begann
Ende 2010 wurde der größte Teil der Flächen auf der östlichen Seite des Mahlbusens unter die Schutzkulisse „Landschaftsschutzgebiet“ gestellt. Damit gab es eine rechtliche Regelung für die Umsetzung von Projekten in diesem geschützten Gebiet.

Konzeptionelle Phase 2011–2012
2011 wurde ein touristisches Nutzungskonzept zusammen mit einer wirtschaftlichen Machbarkeitsstudie beauftragt. Das Konzept berücksichtigte wesentliche Forderungen des damaligen „Masterplan Nordsee 2015“ sowie die Besonderheiten der Gemeinde Dornum. Ergänzend wurde eine juristische Machbarkeitsstudie erarbeitet.
Ein wichtiger Bestandteil des Projektes war die geplante Schleuse. Sie sollte die Oberflächenentwässerung des Verbandsgebietes der Sielacht verbessern und gleichzeitig eine Grundlage für das touristische Konzept bilden. Für die Schleuse wurde ein Förderantrag gestellt, der aufgrund der Förderkulisse später zurückgezogen wurde.

Weitere Projektentwicklung 2013–2015
In den folgenden Jahren wurde das Konzept weiter ausgearbeitet und eine erste Vogelstudie beauftragt. Gleichzeitig mussten Entscheidungen darüber getroffen werden, wie das Projekt weiterverfolgt werden sollte. Dabei ging es insbesondere um die Genehmigungsfähigkeit, das benötigte Projektgrundstück und die Finanzierung über Investoren. Gleichzeitig zeigte sich, dass die Vielzahl und Komplexität der Aufgaben nicht dauerhaft neben den bestehenden Aufgaben der Geschäftsführung der Tourismus GmbH und des Bürgermeisters bearbeitet werden konnte.

Gründung der Projektgesellschaft 2016–2020
2016 wurde unter Beteiligung der Fraktionen eine Satzung für die Mahlbusenprojektentwicklungsgesellschaft mbH erarbeitet. Bis zur tatsächlichen Gründung der Gesellschaft dauerte es jedoch noch bis 2020. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Gründung war der Besuch des Hafenausschusses in Dornumersiel im Jahr 2019. Im Juni 2020 wurde schließlich die Mahlbusenprojektentwicklungsgesellschaft mbH (MPEG) gegründet.

Die MPEG nimmt ihre Arbeit auf
Die Gesellschafter der MPEG waren die Tourismus GmbH Gemeinde Dornum und die Gemeinde Dornum. Je nach Themenschwerpunkt unterstützten beide Gesellschafter die Geschäftsführung bei der Projektentwicklung. Ein Schwerpunkt der Arbeit lag auf der naturschutzrechtlichen Machbarkeit. Dazu wurden sieben Teilgutachten und abschließend die „Machbarkeitsstudie FFH & UVP Teil I“ erarbeitet. Das Ergebnis: Das Mahlbusenprojekt war aus naturschutzrechtlicher Sicht machbar.

Projektabbruch 2025

Zu Beginn des Jahres 2025 teilte das Landwirtschaftsministerium mit, dass das benötigte Projektgrundstück nicht verkauft wird. Auch ein gemeinsamer Gesprächstermin mit Wirtschafts- und Landwirtschaftsministerium änderte diese Entscheidung nicht.

Da das Mahlbusenprojekt ohne das Grundstück nicht realisiert werden konnte, beschloss der Gemeinderat den Abbruch des Projektes und die Liquidierung der Mahlbusenprojektentwicklungsgesellschaft.

Einblicke in die Planungen